3 Fragen an ...
Michael Groschek

Der NRW-Verkehrsminister im Interview

Quelle: MBWSV

Herr Minister, warum braucht Nordrhein-Westfalen den RRX?

Wer zu Stoßzeiten zwischen Köln und Dortmund auf der Schiene unterwegs ist, kennt die Antwort längst: Im Regionalverkehr erleben wir heute jeden Tag das Prinzip "Ölsardine in Bimmelbahn". Der Schienenpersonenverkehr an Rhein und Ruhr läuft am Limit und oft genug darüber hinaus. Die Menschen wollen und müssen immer mobiler werden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Schiene dabei nicht abgehängt wird, sondern auch in Zukunft ein leistungsfähiges und attraktives Angebot bieten kann - vor allem für die hunderttausenden Pendlerinnen und Pendler im Land. Dieses Angebot wird der RRX sein.

Welche Bedeutung hat der RRX für das Land?

Nüchtern betrachtet, ist der RRX zunächst mal das größte Schienenprojekt in Nordrhein-Westfalen. Der Bund plant nur für den Gleisausbau Investitionen von rund 1,7 Milliarden Euro. Dazu kommt die Beschaffung der Fahrzeuge, die auf dem neuesten Stand der Technik entwickelt werden. Große Teile der Wertschöpfung bleiben dabei im Land. Das sind wichtige Impulse für die Wirtschaft. Natürlich ist der RRX auch ein Beitrag für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Neben seiner zentralen Bedeutung für die Mobilität ist er vor allem auch ein Signal in Richtung Zukunft: für das Zusammenrücken der Metropole Rhein-Ruhr, für ein mobiles, dynamisches NRW, das anpackt und gestaltet - auch Großprojekte, an denen andere verzweifeln würden.

Wie weit ist die Umsetzung des Projekts?

Wichtige Schritte gemacht: Der Bund hat sich mit seinem neuen Verkehrswegeplans klar zum Projekt bekannt. Die Maßnahme steht im "Vordringlichen Bedarf Engpassbeseitigung" (VB-E). Damit zählt der RRX zu einem von bundesweit nur sechs Projekten, die bis 2030 prioritär verwirklicht werden sollen. Die Weichen für den Ausbau der Infrastruktur sind also gestellt. Auch die Aufträge für den Bau der Fahrzeuge und für den Betrieb sind vergeben. Die ersten neuen Bahnen werden ab 2018 unterwegs sein. Die Fahrpläne werden nun schrittweise auf den künftigen RRX-Betrieb umgestellt. Die Pendlerinnen und Pendler werden also auch schon in den nächsten Jahren die Verbesserungen erleben. Bis alle RRX-Linien fahren ist es sicher noch ein weiter Weg. Dabei wollen wir die Menschen im Land mitnehmen und sie jederzeit umfassend informieren. Das mir persönlich sehr wichtig, aber auch allen anderen, die für den RRX Verantwortung tragen.